MALA.



MALA.

M A L A   Z u b e h ö r

... dies ist eine Rubrik, die mit der Zeit weiter an- und mitwachsen wird :) - wir aktualisieren chronologisch ...
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S c h i f f  z u m  Ü b e r n a h m e z e i t p u n k t

"... this boat is ready to go, fully equiped for seasaling ... kein Wartungsstau ... mit Pött & Pann ... einfach ablegen ...top condition ..."
Jeder, der Verkaufsanzeigen durchforstet und selber gesucht hat, kennt diese Formulierungen zur Genüge ;) Das Schwierige für uns war immer die Deutung - und die ist leider von Verkäufer zu Verkäufer - ähm - unterschiedlich. Gesunde Skepsis ist sicherlich grundsätzlich geboten. Und prüfen, prüfen, prüfen ...

Wir hatten auch Glück. Der Kauf unseres Schiffes hatte bis dato keine bösen Seiten gezeigt. Das ist gut so. Aber auch uns war klar, daß wir auf den Kaufpreis unseres Schiffes mit der Zeit noch unheimlich würden drauflegen müssen, bis vieles so sein wird, wie wir uns das für später mal erträumt hatten. Wir werden nach finanziellen Möglichkeiten das wirklich Wichtige immer als erstes angehen. Dazu haben wir unsere "Rotpunkte-Liste". Droht weiterer Schaden, machen wir es sofort. Sind es Komfortwünsche, stehen diese grundsätzlich hinten an. Und da ich auch kleine Verbesserungen und Optimierungen auf Schiffen und in Abläufen so richtig mag, geht's auf MALA folgerichtig kontinuierlich immer etwas weiter. :) Für alle, die das wie mich auch interessiert, tragen wir hier einige Kleinigkeiten zusammen. Auch als Dank und im gleichen Geiste der vielen, vielen Internetseiten von tollen Seglern, die das (für uns) genauso machten. Danke! Das hat uns schon oft unheimlich geholfen!

So. Wo anfangen ...
In 2019, unserem Übernahmejahr, mußten wir unheimlich zulegen. Und das bei einem wirklich guten Schiff. Die vermeintlichen Kleinigkeiten läppern sich immens zusammen.

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S e e k a r t e n  &  N a v i g a t i o n
Wenn wir uns bewegen wollen, brauchen wir hinreichend aktuelle Karten. Sofort.
MALA ist mit zwei 16 Jahre alten Raymarine-Chartplottern/Radar ausgerüstet. Die Karten sind nicht mehr aktualisierbar, das System läuft noch; langsam zwar, aber es läuft. Wir wollen es so spät wie möglich für unseren viel späteren langen Törn erst ersetzen und modernisieren. Also brauchen wir eine "kleine Lösung". Daß wir mit Papierkarten arbeiten, ist bei uns Goldstandard, egal wie sehr das vielen als "aus der Zeit gefallen" anmuten mag. AIS ist ein großer Wunsch von mir, der die nächsten Jahre noch unerfüllt bleiben wird.

Für unser Revier in den Niederlanden haben wir uns zunächst für Karten vom NV-Verlag entschieden. Die verfügbare und im Kaufpreis mit abgedeckte App leistet uns gute Dienste. Einfach, stabil und gut zu bedienen und zu aktualisieren. Mit dem schönen Zusatznutzen, daß die Tracks aufgezeichnet und später ausgewertet werden können (das mag ich natürlich). Dazu mußten wir unser kleines iPad wasserfest verpacken und mit zwei Powerbanks draußen an die Steuersäule hängen (... ;) - und schon gehen die ersten armen kleinen Euros über den Ladentisch ...).

Die NV-Karten werden praktisch monatlich zwischen April bis Oktober aktualisiert. Dementsprechend fahren wir praktisch nie ohne eine größere Klebeaktion bei einer guten Flasche Wein los. :) Alles hat also seine schönen Seiten. Und wir sind mit derzeit zwei Kartensätzen (IJsselmeer und NL-Wattensee) - NL2 und NL3 - abends ganz gut ausgelastet ...

Navigation unterwegs auch per iPad
MALA.

Goldstandard ;) - die Papierkarte
MALA.

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S i c h e r h e i t
Ein großes Thema. Auf dem Portal "Attainable Adventure Cruising" von Morganscloud haben die Segler das Ziel zusammengefaßt: "Keep the mast up. Keep the water out. Keep the crew on board.". Sicherlich auch für uns eine gute Maxime ...

Das Schiff selbst (Seeventile, Borddurchlässe, Rigg-Gutachten etc.) klammere ich hier aus, das ist abgedeckt. Damit fokussieren wir auf Rettungsmittel - und (für uns) viel wichtiger: Das Bestreben, zunächst alles daranzusetzen, unter gar keinen Umständen überhaupt über Bord zu gehen. Das Ganze ist also mindestens zweiteilig.

Auf MALA heißt das:
- Feste Strecktaue vom Cockpit durchgängig bis zum Vorschiff, in dreijährlichem Austausch.
- Sicherheitsleinen am Mann, sowie am Schiff für den Gang aus dem Cockpit, bis zum Umpicken auf dem Dach.
- Schwimmwesten, die wir einfach tragen, wenn wir in strömenden Gewässern unterwegs sind.
- Rettungskragen einsatzbereit am Heck.
- Notrollen-Training immer wieder ...
- Berge-Flaschenzug für die fixierte Baumnock, im Cockpit immer bereitliegend.

:) Wir haben das Bewegen und Laufen über die Seitendecks und das Vordeck tatsächlich mit allen immer mal wieder im Übungsprobelauf. Mit Sicherheitsausrüstung, Sicherungsleinen und Klamotten (nicht lachen ...). Vielleicht übertrieben, keine Frage. Aber mir es es lieber so, ... (:

Strecktaue Bb + Stb (entlang der roten Pfeile vom Cockpit bis ganz vorne)
MALA.

Die beidseitig gespannten Strecktaue sind gut erkennbar - ebenso die Preventer, links und rechts am Baum, die etwa mittig jeweils aus dem Aluprofil austreten. Mit diesen läßt sich der Baum in jeder Position spielfrei fixieren - auch weit ausgeschwenkt. Dann kann er als "Hebekran" agieren. Hinten kann dann direkt der kleine umgebaute Pocket-Flaschenzug aus dem Kletterbedarf angeschlagen, werden mit dem der Mann im Wasser kraftsparend aufholbar ist. Das alles funktioniert in Verbindung mit der neuen "Lifesling 2", die wir einsatzbereit am Heckkorb fahren. Ein weiterer Rettungskragen mit Leuchte, sowie ein dritter Schwimm-/Leuchtkörper mit langem Stab hängt da auch noch am Heck. "Jeder Griff ein Treffer" ... ;) ;). Das alles funktioniert im Wesentlichen dann, wenn der Mann im Wasser noch mitmachen kann. Alles andere mag ich mir kaum noch intensiver ausmalen ... Für den Fall bewußtloser Crewmitglieder im Wasser haben wir keine separaten Hilfsmittel, wie z.B. Netze o.ä. angeschafft. Es gilt: Unter keinen Umständen über Bord gehen, da alles für tun.

F e u e r  u n d  G a s e

MALA hat ein automatisches Feuerlöschsystem im Motorraum. Und einen fix verbauten Gassensor unter dem Backofen. Die Gasflaschen drehen wir grundsätzlich nach dem Kochen an der Flasche wieder ab. Immer. Die Abgasanlage ist geprüft, der Abgasschlauch wurde vollständig erneuert. Ich habe unheimlich Respekt vor Gasen, die ich nicht sehen kann ... ;)

Nachgerüstet haben wir zusätzlich zwei Kohlenmonoxidmelder (in unserem Fall nach Yacht-Empfehlung - "Ei208D von Ei Electronics") je 1x an passender Stelle in jeder Schlafkabine, sowie einen Rauchmelder (mit Zertifikat), montiert an der Salondecke.

Neben dem Feuerlöscher am Niedergang, haben wir noch kleine mobilere Feuerlöscher angeschafft (bei uns vom Hersteller "MAUS"). Im Salon-Photo der Bootsvorstellung ist einer davon zu sehen - in direkter Griffweite an der Navi und außerhalb des potentiellen Bradbereichs des Gasherdes, mit Halter an der Wand hängend. Ein weiterer Löscher in Form einer großen Spraydose liegt nahe der Kombüse in Schapps bereit, sowie auch Feuerlöschdecken. Jeder weiß, wo was Zeug ist und wie es sich aktivieren läßt.

M e e r w a s s e r

Seeventile, die außenbündig sitzen, vollständig aus Kunststoff sind und an denen jeweils Schläuche mit doppelten Edelstahlklemmen anschließen. Als Nothilfe Dichtmittel ...

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A n k e r n

Wir ankern viel, gerne und regelmäßig. Darauf liegt also ein gewisser Fokus und das Thema ist aus meiner Sicht auch vollauf sicherheitsrelevant. Auf ganz und gar keinen Fall möchten wir uns in die vielfältigen "Glaubensauseinandersetzungen" begeisterter Segler mit einmischen. :) Und auch haben wir über Jahre veröffentlichte Tests, Vergleiche und Versuche in Zeitschriften, Foren und deutsch-, französisch und englischsprachigen Seglergemeinschaften leidlich mitverfolgt. Es gibt kein einheitliches Bild, kann es wahrscheinlich auch nicht. Was haben wir also für uns entschieden:

Wir haben den bestehenden CQR-Anker ausgemustert. Er dekoriert aufs Nautischste jetzt unser Blumenbeet und macht das Klasse. :) Er wurde ersetzt durch einen SPADE Anker aus Stahl (nicht Edelstahl) und deutlich überdimensioniert. Die kleinere Version hätte laut Spezifikation bereits Reserven - da die nächstgrößere 21kg Version noch an den Bugspriet paßte, ist es diese geworden. Der Hersteller traut dem Anker (Typ S100) Schiffe bis 16m und 12t zu ... ;)

Wir haben die bestehende 60m Ankerkette in 8mm Stärke nach Durchsicht beibehalten. Obwohl sie aus Edelstahl gefertigt ist. Obwohl wir keine Herstellerzertifikate mitbekommen haben. In den nordischen Gewässern, in denen unsere Atlantic 36 die letzten 16 Jahre gelaufen ist, war es mutmaßlich nicht warm oder reaktiv genug für jedwede Korrosionsspuren an der Kette (und ich habe mit einer Lupe geschaut ...). Es ist nichts erkennbar.

Das bestehende Drehgelenk war (aus unser Sicht hochriskant) direkt und ohne Zwischenglied oder Schäkel am alten Anker angeschlagen und bereits stark verformt. Es konnte sich erkennbar verklemmen, tat dies auch und wurde von uns ebenfalls sofort ausgemustert. Tests ohne Drehgelenk zeigten, daß es grundsätzlich bei unserem Setup geht, das soll unser Backup werden. Von MANTUS gibt es ein sehr simples, robustes Drehelement, das (ebenfalls im gleichen Maße überdimensioniert) aus unser Sicht gut funktionieren sollte, zerlegbar und prüfbar ist - und gerade noch so zwischen Ankerbeschlag und Ankerwinde paßte. Also setzten wir dies ein und waren insofern komplett, was das Ankergeschirr selbst angeht.

Entlastung der Ankerwisch: a) Beim Einfahren des Ankers: Zu Beginn des Manövers hängt der Anker frei über oder knapp unter der Wasseroberfläche. Am Wunschort wird zügig gefiert, während MALA leicht achteraus geht. Bei Erreichen der Wunschlänge der Ankerkette (bei uns in dieser Phase 5-fache (Wassertiefe + 1,5m bis zum Ankerbeschlag). Dann wird ein kurzes reckarmes Stück Leine, mit eingespleißtem Kettenhakten (gesichert) und großem Auge eingehängt. Haken in die Kette, Auge über die Klampe, Winsch entlasten - Anker einfahren. Danach wird die Behilfsleine wieder abgeschlagen und es geht ans finale Sichern: b) beim Ankern selbst: Mit zwei Dehnleinen von nochmals gut 8m Länge, die gemeinsam in eine Ankerkralle gespleißt sind und dann gleichermaßen auf die beiden Bugklampen gehen. Damit sind die Lastspitzen der schwellenden Lasten beim Ankern abgefangen und von der Ankerwinsch genommen. Wenn wir bei unseren üblichen Ankertiefen diese Dehnleinen mit Kralle noch ausgebracht haben, dann haben wir in der Regel unser Wunschverhältnis (Kettenlänge zu Wassertiefe+1,5m) von 7:1 erreicht und schlafen später gut und ruhig. Auch was wert ... ;)

Für uns heißt das auch, daß wir bei 7-facher Längenvorgabe noch bis maximal 7m, bei 5-facher Längenvorgabe dann noch bis 10m tatsächlicher Wassertiefe ankern können.

MALA. MALA.

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D a s   v i e l f a c h  u n t e r s c h ä t z t e  "w e i t e r e  Z u b e h ö r" ...
Nachstehend nur als kleine, verzweifelte Aufzählung zur Orientierung für alle, die mal ähnlich vorgehen wollen oder müssen ...

  • Ein modernes Seefunkhandgerät als Backup und mobile Option, zusätzlich zum fest installierten Bordgerät, mit AIS, MMSI, DSC und Kanalfreischaltungen, die uns in den Niederlanden und England dienlich sein können (bei uns von ICOM). Ordentlich bedienbar, wasserdicht und mit Ladegedöns und Ersatzakku.

  • Ein endlich anständiger „Suchscheinwerfer“ (Thrunite) ohne Kabel (...), mit ausprobierter Reichweite von gut über 1,2km, einfach bedienbar, mit Leistungsstufen und extremer Bündelung. Wie oft haben wir uns sowas die vielen Jahre schon gewünscht ...

  • Neue Kong Lifelines je Crewmitglied. Dazu selbst hergestellte, angepaßte Karabiner-Leinen, die fix auf den Sicherheitsleinen an Deck laufen - und das „Über-die-Reling-Gehen-Können“ im kritischen Bereich zwischen Cockpit und Deckshaus durch angepaßte Längen sicher verhindern.

  • Neue Rettungswesten für alle. Die alten von uns hatten teilweise 27 Jahre ... ;) Signalhörner mit Ersatzkartuschen ...

  • Neue Bootsmesser am Band ...

  • Dock Twin und Geo Prop Festmacher und Springs in mehreren Sätzen, Längen, mit Ruckdämpfern beim Satz, der in der Box verbleibt.

  • Neue Klüver-Schoten. Die Fallen, Toppnanten und die Dirk warten alle noch ...

  • Meterweise weiteres Tauwerk für diverse Spielereien des Skippers ;)

  • Kettenkralle, Kettenhaken und Dehnleinen für‘s Ankern.

  • Signalgeber, Raketen, Rauchtöpfe mit aktuellem Datum, Flaggensätze ...

  • Reiniger, Boracol, Sprays, Wachse, Öle und Fette, Trennmittel, Tef Gel und Korrosionsstopper, Kleb- und Dichtstoffe, Leak Hero und Stopfen in erschreckenden Mengen. Dazu Klebebänder, Vulkanisationsbänder, Segeltapes ...

  • Umlenk- und Violinblöcke, Ersatzrollen, Schäkel, Splinte, Scheiben, Kunststoffseparatoren in ebenfalls unheimlicher Anzahl.

  • Wasserfilter, Chemie und Reiniger ...

  • Ölabsaugpumpen, Saugmatten, Reiniger, und Ersatzteile. Riemen, Impeller, Filter, Dichtungen, Sonderwerkzeuge und Abzieher ... es nimmt kein Ende.

  • Habe ich Teller, Tassen, Pfannen, Formen, Besteck, Kaffeemühle und Gedöns schon erwähnt? ;)

  • Oder das ganze Elektrogeraffel? Crimpzangen, Einsätze, Meßgerät, mobile Lötkolben, Klemmen, Kabel, Kabelschuhe Schrumpfschläuche ... ;) :)

  • Seekarten, Bücher, Almanach, Revierführer, Reparaturmanuale für Geräte und Maschine (mit letzterem habe ich mich richtig schwer getan, an ein brauchbares Werkstatthandbuch zu kommen ...)

  • Verrückt. Komplett verrückt. Und ich habe sicherlich in der Aufzählung noch was vergessen ... Und damit sind die Segel und das stehende Gut noch genauso alt, wie vorher ... und das Deck noch genauso ungestrichen, wie es war. Oh weh. Winschen will ich auch noch nach und nach zerlegen. Und die Batterien, wie geht es denen eigentlich im kommenden Jahr wohl ... ;)

    Glücklicherweise kann man relativ viel selbst machen - oder herstellen. Ein billiger Feuerwehrschlauch z.B., via großem Aktionshaus für unter 19€ in 20m Länge erstanden, in Verbindung mit einer ordentlichen Nähmaschine erspart den Kauf teurer Scheuerschutz-Stoffe, die unsere Festmacher oder (während der Liegezeiten) die Schoten schonen, die wir nicht abschlagen, Persenninge, Segel etc. müssen wir nicht zwingend weggeben - und der Heißschneider in Verbindung mit dem ollen Segelmacherhandschuh und ein paar frischen Nadeln versüßt die Abende auf dem Sofa. :)

    MALA. MALA. MALA.

    Wasser auf die Mühlen von all denen, die kein eigenes Schiff haben, hmm? ;) Nicht irre machen lassen. Kleine Schritte weiter - und SEGELN gehen. Da kann schon ein gelungener Törn eine wochenlange wohltuende Langzeitwirkung entfalten, die alle Mühen wettmacht, wie wir bereits wissen. :) In diesem Sinne ...

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    MALA.


    MALA.