MALA.

MALA.
MALA.


Wartung & Umbau zum Saisonbegin 2024
Neues stehendes Gut & Service rund um's Rigg.

Im März 2024.


Ich habe zwei Tage Urlaub & reise Sonntag Nacht nach Harlingen. Es ist der 10. März und für uns steht ein spannender Modernisierungsumfang an, den wir so noch nicht hatten und nun gemeinsam zu einem guten Abschluß bringen wollen:

Zum ersten Mal, seit MALA bei uns ist, wurde Ende letzten Jahres der Mast gelegt und das gesamte Rigg ruht seither an Land. Ein Novum für uns. So haben wir MALA damals besichtigt und gekauft - und so liegt unser geliebter Kutter derzeit nun wieder in seiner Box: "Oben ohne" praktisch. Diesen, für ein Segelboot ja eher etwas traurigen Zustand hoffen wir, nun schnellstmöglich wieder beenden zu können.

Die Reckmann-Rollanlagen und auch der hydraulische Achterstagspanner sind zum Service versendet und mittlerweile bereits wieder zurück bei der Werft. Der Achsterstagspanner sogar bereits zum zweiten Mal ... denn der kam bei der ersten "Refit-Durchführung" nach Aufarbeitung leider mit undichtem Simmering an der Kolbenstange. Das sollte jetzt behoben sein.

Alles stehende Gut ist vom Rigger-Fachbetrieb ausgetauscht. Wanten, Stagen und auch die laufenden Backstagen für unsere Kutterfock. Die Arbeiten sind ebenfalls bereits im letzten Jahr angelaufen, jetzt abgeschlossen - genauso, wie die intensive Begutachtung von Mast, Baum und allen Beschlägen durch die Fachexperten.

Die Drähte von Wanten und Stagen waren 20 Jahre alt. Sie hatten vor unser Zeit zwischendrin mal drei Jahre "Pause" in der Halle - und in Abstimmung mit dem Versicherer, sowie nach zusätzlichem Rigg-Gutachten geht nun die mögliche Einsatzzeit zuende. Wir wollen hier Sicherheit ohne jeglichen Kompromiß & lassen austauschen.

Zu keinem Zeitpunkt möchten wir uns je bei viel Wind und Welle draußen Gedanken oder gar Sorgen machen müssen, ob das Rigg dem wohl sicher standhalten und gewachsen sein mag - insofern: Vollständiger Austausch und komplette Untersuchung durch Werft & Rigger, um da sowohl auf der sicheren Seite zu bleiben, als auch transparent einen Versicherungsschutz weiterhin sicherzustellen, wie vorgegeben. Das ist nun geschehen.


MALA

Wir nutzen die seltene Gelegenheit, um auch hier gleich weiter zu optimieren (und zu vereinfachen). Die aufwendige und komplexe Antennenanlage im Masttop wird zurückgebaut. "Keep it simple". Für uns bedeutet dies, daß die gesamten "Handy-/UKW- und Radio"-Anlage demontiert wird.

Ersetzt wird das ganze durch ausschließlich eine neue UKW-Funkantenne, sowie eine zweite separate Antenne für das AIS, ebenfalls im Masttop. Diese kann auch schlicht als Backup fungieren, lassen sich doch VHF und AIS via integriertem Splitter auch an einer gemeinsamen Antenne betreiben. Wie es also final von uns aufgelegt wird, werden wir sehen.

Damit hoffen wir auf weiterhin sauberen Funkbetrieb, erheblich größere AIS-Reichweite, verglichen mit der bisher genutzten Reserve-Antenne am Heckkorb - und handeln uns auch weniger Topgewicht in Summe ein.

Die Vielzahl an zugehörigen Elektronik-Boxen in MALAs Navischrank wird dementsprechend ebenfalls ausgeräumt und reduziert. Das wird unter anderem der Übersichtlichkeit, wie auch dem Energieverbrauch zuträglich sein.

Infolge dieser Modernisierung ergeben sich zwei neue "Untersuchungsfelder", von denen wir jetzt vorab leider so gar keine Idee haben, wie es da aussehen mag ... :)

Zum einen wird das die Fragestellung, wie oder ob das alte bestehende "Wetterfax"-Gerät ggf. noch via Heckkorb-(Not)-Antenne weiterbetrieben werden kann ... zum anderen die grundsätzliche Klärung, was wir nun mit dem alten Radio im Salon wohl noch anfangen können.

Wird hier eine Wurfantenne eine Möglichkeit? Geht sowas tief unten im Alurumpf überhaupt? Oder bräuchten wir gar eine eigene, zusätzliche Antenne am Heckkorb und würden wir das wollen? Oder tauschen wir das alte stromhungrige Gerät gegebenenfalls vollständig aus, gegen ein moderneres? Und wie mag das dann wohl empfangen?

Oder lassen wir das alles weg? Eigentlich lieber nicht ... wir mögen etwas Musik im Salon an schönen Abenden ... Jede Menge Fragen also - und wir sind gespannt, wie das alles wohl am Ende werden wird.

Für unsere Dokumentation und gegen das eigene Vergessen ;) werden wir hier in Fortschreibung auch diese Umbau- und Modernisierungsumfänge von MALA sauber notieren & festhalten.

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10.03.2024


M a s t  &  R i g g

Es ist bereits dunkel, als ich Harlingen erreiche, über die Stege in unserem kleinen Werfthafen laufen und dann in MALAs Salon klettere. Es 'schnuppert' gut. 10°C und 80% Luftfeuchte sind die erwarteten Werte. Alle Batteriebänke zeigen 100% - das waren die erhofften Werte :) - und sie beruhigen mich sehr. Das ist gut. Die Dieselheizung läuft an - und der Lufttrockner nimmt seine Arbeit auf. Bald sind es 20°C und 50% Luftfeuchte im Salon. Ich komme langsam an ...

Noch im Stockdunkel werfe ich im Taschenlampen-Lichtkegel erste Blicke auf unser Rigg, das bereits unter'm Kran bereitliegt. Morgen früh soll der Mast gemeinsam gestellt werden. Meine finale Überprüfung soll morgen bei Tageslicht stattfinden.
Nacht.
MALA

Es fehlen noch (bei mir obligatorische) Sicherungsdrähte von Schäkelbolzen. Splinte sind alle neu & gut, Rollen und Umlenkungen gängig und OK. Die beiden neuen Antennenhalter sind isoliert angenietet - aber die Antennenbasis der beiden Glomex sitzt direkt auf dem Halter. Das wird so nicht gehen - ich will keinerlei Brücken auf den Alurumpf - und da bleibe ich konsequent. Hier müssen wir morgen früh noch mal ran.

Alles andere - die neuen Terminals, Drähte, die neuen, jetzt vom Rigger gepleißten Backstagen ... alles sonst sieht fein aus, soweit ich das im Stockdunkel sehen kann. Jetzt freue ich mich auf meine Koje.

11.03.2024


Mein früher Morgen beginnt so mittelschön. Noch vor dem Wachwerden (und ersten Kaffee) laviere ich MALA bei ordentlich Seitenwind aus ihrer Box und lege sie vor den Kran. Alleine mag ich das in den engen Gassen und Kanälen nicht besonders - es geht aber glatt. Bis auf die Tatsache, daß ich vergaß, den Hubkiel abzusenken, was mir unter Gelächter der Anwesenden lustige Sprüche einbrachte, als ich bei guten 4 von der Seite erstmal wie ein Surfbrett am Kran vorbeitrieb ... Mist. ;)

Reinigen & dann kontrollieren.
MALA

Kaum waren die Leinen fest, gab's erstmal einen Werft-Kaffee für mich. Und dann die ehrenvolle Aufgabe, das Rigg richtig sauber zu schrubben. Das wollte ich unbedingt selbst machen, um bei der Gelegenheit jedes Einzelteil nochmal liebevoll selbst streicheln (und vor allem wach in Augenschein nehmen) zu können. Also eine Stunde mit Schwamm und Putzeimer ...

Und das war auch gut so, wie sich gleich zeigen sollte. Ich traute meinen Augen kaum, als mein Schwamm an einem dicken SPALT zwischen unseren Mastschienen hängen blieb. Schütteln, Augen reiben, nochmal hingucken - es blieb so: Zwischendrin ein Spalt, obere Schiene im Topp lose. Zum Glück vor dem Stellen noch gefunden.

Verflixt!
MALA

"Stephan, wie sieht's aus, können wir? Der Kran soll freiwerden! ..."
Unter den ungläubigen Blicken meiner lieben Werft-Freunde taumel ich statt eine Antwort zu geben, nochmal in Richtung Kaffeekanne, fülle nach - und zeige ihnen dann wortlos unser Dilemma. Betretene Blicke - das hätte so nicht passieren sollen - und dann war umplanen und anpacken angesagt. Gemeinsam und ohne weitere Worte. :) Klasse wie immer.

Unnötig zu sagen, daß unsere vorsichtigen Versuche, die Schienen nach Anlösen aller Verschraubungen gefühlvoll zusammenzuklopfen ... nicht fruchteten. Es hilft nichts - alle Schrauben müssen raus, die Klemmsteine gangbar gemacht werden - und dann wird's. Für uns heißt das ... Arbeit.

Es sind viele, viele Schrauben und Klemmsteine. Wir nehmen die gesamte Schiene ab, pflegen alles von Topp bis Mastfuß - und legen die gefetteten Klemmsteine in ihre neuen Positionen. Dann alle gereinigten Schrauben mit Schraubensicherung wieder rein, Voranzug - Endanzug - fertig. Toll, daß die Dinger überhaupt nach zwei Jahrzehnten so gut rausgingen. Ich war erleichtert.

Korrektur läuft (Schiene runter, dann reinigen, pflegen - und später wieder drauf) ...
MALA

Die Schrauberei zieht sich. Anhand meiner Bilder kann ich rückblickend sagen, daß uns die gesamte OP gut vier Stunden gekostet hat. Die Mittagspause der Werft nutze ich für Splinte, Sicherungen und Abkleben - und dann kann endlicher der Kran anziehen.

Das Kranen selbst geht bei Atlantic routiniert und schnell. In kürzester Zeit steht das Aluprofil an Deck, die Kabel sind runtergeführt und die Hauptspanner handwarm angelegt. Und wir suchen die Bolzen, die Ende des letzten Jahres so gut weggelegt wurden ... ;)

Trimmen.
MALA

Danach ist alles gefunden und Grob- und Feintrimmen angesagt. Hier hilft die große Erfahrung der Werft mit diesem etwas besonderen Kutter-Rigg sehr weiter. Als ich da so im beginnenden Nieselregen auf 'nem noch Moos-bewachsenen Deck in Rücken- und Knie-freundlicher Position an jedem der Spanner kauere, während wir langsam das noch kühle Regenwasser zum Kragen reinrinnt, da frage ich mich echt mal wieder, warum ich Segeln eigentlich seit so vielen Jahren angeblich immer wieder SO TOLL finde ... ;)

Fertig. Vor 15 Uhr liegt MALA wieder wohlbehalten in ihrer Box. Jetzt kommt der nächste spannende Teil ... unsere Mast-Elektrik - und die bange Frage, ob die Antenneninstallation wohl gelungen ist. Denn die habe ich selbst nicht nachmessen können. Und die Jungs haben's leider auch nicht getan. "Wird schon passen - sonst machen wir's passend." - das ist das Motto des Tages heute.


E l e k t r i k  &  A n t e n n e n.

Das sind die Käbelchen, die durch die sehr gute Decksdurchführung dann so adrett aus der Salondecke hängen. Vor allem die unschuldig im Hintergrund versteckten beiden Antennenkabel sollten uns nachfolgend noch viel Freude bereiten ...

Kabelfreuden.
MALA



Erste schnelle Tests zeigten, daß vermutlich eine der beiden Antennen sehr ordentlich, die andere hingegen noch so gar nicht recht funktionieren mag. Kabeltausch im stehenden Mast, neu zu setzende Steckverbindungen (um sicher zu sein) und nicht zuletzt Überprüfung der Antennen selbst (nur eingeschränkt für uns möglich), sowie nochmalige Überarbeitung der Isolierung einer der beiden neuen Antennen gegenüber Mast/Rumpf werden unsere Fokusthemen sein. Dieser noch defekte Antennenzweig wird abgeklemmt. Dann ist auch die Rumpfisolations-Prüfung wieder in Ordnung. Problem ... zumindest eingekreist.

Steht.
MALA



Jetzt ruft mich aber erstmal der Alltag zurück - und MALA bleibt hoffentlich zufrieden in ihrer Box liegen. Alles trocken und gut für den Moment, wie es aussieht. Mit gutem Grundgefühl (und leichtem Zähneknirschen wegen der kleineren Hemmnisse) fahre ich erstmal nach Hause. Die Harlinger Schleuse ist noch nicht wieder passierbar ... wir haben das zeitlich zumindest sehr gut abgepaßt. :)





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In diesem Sinne,


A l l e r b e s t e   G r ü s s e
   -   C r e w  v o n   M A L A   A l h e n a    -

MALA.

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