MALA.

MALA.
MALA.


Sommertörn 2023
Wir schließen den Kreis.


L A U W E R S M E E R   ,  W A T T   &   A B S C H L U S S

Wir wollen aus gegebenen Gründen noch etwas Ruhe und Abgeschiedenheit & die finden wir - binnen und draußen im Watt. Mit Schmerzmitteln eingestellt ist das machbar ...

Die nachstehende Übersicht hält nochmal unsere letzten 6 Tagestörns bis "zurück in die Heimat-Box" fest. Sie führen uns zunächst zu einer traumhaften Nacht ins Lauwersmeer, das wir selbst noch gar nicht kennen, dann raus ins Watt. Das hat uns bisher noch immer gut getan ... :)

Törnabschluß.
MALA

_______________________

Samstag, 19.08.23


Die Wetteraussichten der kommenden Tage sind stabil schwachwindig. Die Richtung scheinen wir uns derzeit noch aussuchen zu können, es gibt praktisch keine erkennbare. Mit dem Morgenkaffee machen wir bereits die Törnplanung für's Trockenfallen übermorgen.

Da müssen wir mal eine Nummer genauer rechnen - denn für eine der ins Auge gefaßten (uns noch unbekannten) Sandbänke unterhalb der Engelsmanplaat wird das unheimlich knapp werden. Schwenkkiel hin oder her - das kann nur auf der letzten Rille überhaupt etwas werden. Somit spannend - was im Watt ja genau unser Ding ist.

Das ist hier im Lauwersmeer fast wie in der Ostsee - wir haben Tidenfrei! :) Und dementsprechend benehmen wir uns auch, fahren los, wenn WIR dazu Lust haben. So lösen wir unsere Leinen am Steg erst um 16:45 Uhr und treiben langsam vor die Hafentür und in das 'Binnenmeer'.

Binnensegeln.
MALA

Mich erinnert's an meine 420er-Zeiten und entsprechend packt der alte Jollenvirus wieder zu: "ES WIRD GESEGELT! Auf, hoch mit den Plünnen!".

Tja, die kernigen Jugendambitionen erhalten spontan einen Dämpfer, als uns die stets eingebundene "Entklapper-Gummileine" unklar kommt, die beim Anziehen des Großfalls in luftige Höhen entschwindet. Mist!

Statt 'sportlichem' Segeln führen wir erst einmal lustige Artistik im Rigg auf, zum Amüsement aller, die das sahen. Danach geht's und wir lassen MALA unter allem Tuch, das der kleine Kutter aufbieten kann, langsam loslaufen.

Keine Eile. Für den kurzen Haken bis hin zu unserem Abendplatz hinter der Insel ist noch mehr als genug Zeit heute. Auch bei Tageslicht. Die nachstehenden GPS-Tracks zeigen unsere kleine Binnenrunde: Rein & am Folgetag wieder raus.

Unsere Lauwersmeer-Runde.
MALA

Den anvisierten Liegeplatz haben wir einmal mehr der Crew der Panacee zu verdanken, die uns im vergangenen Jahr so unverschämt schöne Bilder zusendete, daß wir gar nicht anders konnten, als da auch mal hin zu 'müssen' ;) :)

Eigentlich sind die beiden Freunde der Grund, warum wir MALA überhaupt hier reinlaviert haben - entsprechend gespannt sind wir, als die Segel geborgen werden und die Maschine anläuft. Jetzt gilt's!

MALAs Kielhydraulik summt und ein vernehmliches "Rumms" signalisiert dem Rudergänger: "So! Höher geht der Flügel nicht - jetzt paßt schön auf, daß Ihr Euch nicht über die Maßen festfahrt!".

Nun dürften wir irgendwo zwischen 70-75 Zentimeter tief gehen. Nach unserem Standard-Helgoland-Besuch wohl eher 75cm ... wir tasten uns auf Samtpfoten vor.

Die kleine Steganlage kommt in Sicht. Direkt am Land liegen bereits drei, vier Boote mit sehr wenig Tiefgang, kein Platz mehr für unsere Aluschüssel. Also - wohin?

Wir fassen den vorragenden Fingersteg mit seinen drei dicken Pollern vor dem Schilf ins Auge. In der Erwartung, daß uns das eher nicht ganz reichen wird, aber mit der Hoffnung, daß wir zumindest an die Poller kommen mögen, was gelingt:

"Echolot, Tiefe ist weg!"

"OK, ich mach' langsam."

MALAs Bauch rutscht bereits seit einer Bootslänge spürbar leicht über weichen Schlamm.

Absoluter Traumplatz.
MALA

Es wird zäher ... und beginnt am Heck vernehmlich zu gurgeln. Hoffentlich variiert der Wasserstand hier drin nicht zu sehr - sonst kommen wir morgen nicht wieder weg, aus unserem Mauseloch.

"Ist nicht mehr weit! Zwei, drei Meter noch vor und wir würden schon rankommen!", vermeldet Gesche vom Bug.

"Alles klar, ich schiebe!" Mit leicht erhöhter Drehzahl aalen wir uns voran. Im Vorbeikriechen legen wir die erste Leine über die stabilen Poller.

"SUPER! Mir reicht's schon hier vorne! Ich komme ran & rüber!"

"Puh! Das ist gut. Maschine STOP & AUS!"

Geschafft! MALA liegt satt im Schlick, leicht an die Poller im obenstehenden Bild angelehnt - und über den Bugspriet balancierend kommen wir gut rüber auf den schmalen Steg. Auch mit Hund. Wunderbar! Wir legen noch Vorleine, Fenderpaket mit Fenderbrett, sowie zwei Springs und sind fertig. FREIZEIT!

Das läßt sich unsere wasseraffine Skipperin nicht zweimal sagen - und schwimmt Minuten später bereits hinter MALAs Heck im warmen Wasser. "Wirklich tief ist das hier nicht!". Wir feiern die Ruhe rundum, nicht ahnend, WIE nachhaltig eindrucksvoll der Abend für uns noch werden sollte.

Wasserratte!
MALA

Etwas weiter hinter uns auf der Landnase tauchen Pferde auf! Freilaufend. Das hat man vom Boot aus auch nicht alle Tage. Weiße Punkte, die sich im Fernglas als Schafe, Vögel und Kühe entpuppen runden die 'tierische' Idylle um uns herum ab. Wer ernsthaft Ruhe sucht, wie wir, der ist hier wirklich goldrichtig.

Wildpferde.
MALA

Die Sonne versinkt hinter den Baumreihen und erste Sterne kommen raus, während die ganze sanfte Szenerie in sattes, tiefes Blau-Schwarz getaucht wird. Die Sterne reflektieren im Wasser-Spiegel, daß uns die Herzen aufgehen!

Ein Sundowner nach dem nächsten wird aus der Kombüse hochgereicht. Die brauchen wir auch ;) es wird schier unerträglich kitschig-schön draußen.

Blau.
MALA

Alles weitere Abendprogramm fällt heute aus. Wir geben uns der 360°-Kinovorstellung von Mutter Natur hin. Voll und ganz. Mit jeder halben Stunde werden es mehr Sterne, die auch im spiegelglatten Wasser aufflammen. Nicht eine Brise kräuselt die perfekte Reflexion. Am Horizont beginnen Ortschaften, ihr warmes Licht am Firmament dazuzumischen. Auch wir Zuschauer werden still ...

Ohne Worte.
MALA

Ein letzter Nachtspaziergang mit Bugspriet-Steg-Balanceakt im Dunkel schließt diesen wirklich feinen Tag für uns ab - und verschafft uns das nachstehende, für heute letzte Bild. Wir sollten so gut schlafen, wie lange nicht.

Gute Nacht!
MALA

_______________________

Sonntag, 20.08.23


Der nächste Morgen ...

Fast alle schon weg ... ganz hinten liegt MALA.
MALA

Die frühen Vögel sind wieder einmal weit vor uns ausgeflogen. Wir wandern noch über's kleine Eiland und haben unseren eigenen Takt. Heute wieder diktiert von der draußen herrschenden Tide im Wattenmeer, das wir gleich besuchen fahren wollen. Als echtes "Kontrastprogramm" zum lieblichen Erlebnis im Binnenmeer heute und gestern.

Wir gehen Segeln. Der Rückweg gleicht dem Hinweg fast wie ein Ei dem anderen und wir plätschern segelnd so langsam in Richtung der Schleuse. Segel bergen, Fender und Leinen richten - anlegen.

Robbengatsluis.
MALA

Die Robbengatsluis wollte uns nicht, als wir um 13:30 Uhr ankommen. Am Wartesteiger liegend hören wir auf VHF64, daß aufgrund des großen Verkehrsaufkommens in Gegenrichtung für uns binnen mit erheblichen Wartezeiten zu rechnen ist. Oha - nicht gut für die Tidenplanung.

Während des langen Wartens am Steiger bekommen wir im Gespräch den freundlichen Hinweis, doch hier bitte beim nächsten Mal nicht an der angezeichneten Position für Sportboote Halt zu machen - sondern viel mehr nach ganz vorne durchzufahren. Denn so wird die Reihenfolge festgelegt. OK - gerne. :)

Erst eine geschlagene Stunde später spuckt die kleine Schleuse beeindruckende Mengen von Booten ins Lauwersmeer - und etwas später geschleust & entlassen laufen wir auf der anderen Seite aus dem Hafenbecken. Jetzt sind wir zeitlich ein Stück hintendran.

Wir folgen dem Zoutkamperlaag in nördliche Richtung am Tonnenstrich, biegen nach dem Päärchen Z4-Z5 scharf links ab und in die Paesenrede ein.

Jetzt laufen wir unterhalb der Engelsmanplaat durch, die wir als flache Kontur über uns liegen sehen. Auf der Karte sieht's schick aus - im Blick nach draußen sehen wir nur eine große Wasserfläche. Und es ist flach! MALAs Kiel ist bereits in oberster Position, als wir aus dem Fahrwasser nach rechts und auf Sand halten.

Über unsere Tidenzeit sind wir bereits hinweg, der eigentlich angestrebte Ort ist auf dem hohen Rücken nicht mehr erreichbar; wir peilen näher am Fahrwasser liegend einen alternativen Spot an, der Sandwatt und gutes Trockenfallen sicherstellen sollte. So ist sogar noch genug "Luft" für's Ankern, wir brauchen nicht direkt auf Sand zu fahren. Das gibt etwas mehr Sicherheit bei unbekannten Orten.

Um 15:35 Uhr fällt unser Anker auf 1,2m Wassertiefe, gute 2+ Stunden nach lokalem Hochwasser. Das geht gut. Unser Festkommen schätzen wir voraus ab auf 'irgendwas zwischen halb sechs und sechs' - und geben uns dem süßen Nichtstun beim Warten auf das Trockenfallen im Wattenmeer hin. SEHR zufrieden mit der Situation rundum.

Im Logbuch ist kurz notiert:

"Festkommen beginnt ca. 1745, von Bord um 1915 - super Sandwatt, wir liegen für unseren Geschmack achtern etwas dicht am Priel - der auch bei NW nicht passierbar ist."


Wir 'hängen rum'.

Pause.
MALA

Trocken - am Prielrand.
MALA

'n büschen knapp ist das wirklich geworden. Die Kante des Priels, über den das höher liegende (übrigens schöne) Sandwatt noch weiter entwässert, verläuft dicht hinter MALAs Heck. Das könnte man besser treffen; wir erweitern unsere persönliche Wattsammlung und passen für eventuell späteres Trockenfallen entsprechend an. Und dann gehen wir ausgiebig laufen ...

Schön aufrecht - wie immer.
MALA

Kurz vor Sonnenuntergang kommt noch eine Wattwandergruppe vorbeigeplatscht. Etwas besorgt beobachten wir im Glas später, wie die Gruppe sich in über hüfthohem Wasser des strömenden Priels teils angeleint an die andere Seite arbeitet. Froh, zu sehen, daß auch die letzte Person dann endlich drüben ist. Ansonsten kochen wir gut und machen, was wir so gerne tun: Vorne am Bug auf unserem Deck sitzen und der Natur beim Farbzauber zusehen ... :)

Watt.
MALA

Da piepst doch was am Heck?! Die kleinen schutzbedürftigen Meeressäuger sind, wenn aufgewachsen und jugendlich, genauso neugierig, wie unsere jungen Säuger auch ;) Was für ein schöner Besuch! Wir sind ruhig, halten still - und warten, bis unser Besucher weiterzieht, im auflaufenden Wasser.

Hundseehundabendbesuch.
MALA

Wir sammeln am Horizont, AIS und Watt noch Positionen von anderen Trockenliegern (für künftige Ausflüge) - und gehen dann gemütlich schlafen. Unser Anker hält hier und bei diesen Bedingungen, das wissen wir.

Im Blick.
MALA

_______________________

Montag, 21.08.23


Noch am Grundeisen hängend setzen wir bereits die Segel. Dann geht's ankerauf und rüber zwischen die Pricken ... In den Wattfahrwassern unter Engelsmanplaat und Ameland ist viel los.

Wir treffen andere Wattlieger wieder, die wir gestern sahen, Groß und Klein kreuzen in den sehr leichten Winden fröhlich umher. Für uns geht es Richtung West noch ein Stückchen weiter.

Die beiden Kabel, die da so wenig adrett rechts mitten im Bilde hängen, das sind die Anschlußleitungen der mobilen Solarpanele, die wir bei diesem sonnigen Wetter auf dem aufgespannten Bimini fahren. Sie halten unsere Energiebilanz in der Waage.

Wattfahrt.
MALA

Um 13:25 Uhr passieren wir das Wantij nahe Hochwasser. Und selbst bei HW beobachten wir hier heute lediglich 1,5m Wassertiefe. Ui, das ist nicht viel.

Wir schlängeln uns durch, bis wir den Hafen Ameland erreichen. Die genaue Lage des Priels, der neben der Hafenmole verläuft kennen wir. Bereits früher sind wir ihn im Schlamm glitschend Meter für Meter mit einem Hand-GPS abgelaufen - das sollte sich für uns jetzt auszahlen.

So können wir MALA heute zielgenau und dicht unter Land, sicher oberhalb der Prielränder zum Trockenfallen legen. Über den Wind brauchen wir uns heute Nacht nicht zu sorgen - es wird ruhig und gleichmäßig bleiben.

Toll, wenn man sein Boot draußen im Watt liegend von der Bar-Terrasse aus sehen kann ...
MALA

Abends gibt es für uns somit erst Watt- dann Hafenspaziergang, was zu trinken unterwegs in der Hafenbar und schließlich an Bord noch Sundowner und Sternenhimmel. Schön!

Proost!
MALA

Der Blick von Bord zurück auf den kleinen Hafen und seinen Priel ist ebenfalls einfach schön:

Blick zurück.
MALA

Bald wird das Wasser wieder auflaufen, MALA sich sanft vom Meeresboden lösen und an ihrer Ankerkette den wirkenden Kräften entsprechend neu ausrichten. Der Wind wird auf Südwest bleiben und für uns steht eine weitere ruhige Nacht bevor.

_______________________

Dienstag, 22.08.23


Der nächste Vormittag beschert und bereits gegen 11 Uhr wieder volle Batteriebänke. Das Wasser läuft auf, nachdem es MALA im Laufe der Nacht wieder so sanft im Sand abgesetzt hatte, daß wir es kaum merkten.

Alles an Bord wird vorbereitet für einen frühestmöglichen Start. Denn den brauchen wir. Wattfahrt mal fast ohne rechnen für uns: In der Sekunde, in der MALA aufzuschwimmen beginnt, müssen wir sehen, daß wir loskommen! Zur Not mit leichtem Schieben ...

Es sind lediglich 11 Seemeilen bis zu unserem Tagesziel im Watt. Einer kleinen Lücke auf den Sandbänken beim Boschgat, wo wir grandioses Sandwatt vermuten. Bloß haben wir dort all die Jahre so niemanden liegen sehen. "Warum" - das möchten wir herausfinden. :)

Um 13 Uhr kommen wir endlich von dem kleinen Sandrücken & laufen sofort los. Im kontrastigen Gegenlicht wirken die Segler und vor allem Fischkutter wie kleine Kunstwerke auf uns. Wir schauen eine Zeitlang zu, bis MALAs Bug durch das Fahrwasser westlich von Ameland zu pflügen beginnt.

Gegenlicht.
MALA

Wir wollen uns, aus dem Westgat/Borndiep kommend, noch so früh wie möglich durch Blauwe Balg schlängeln - und in Verlängerung des Fahrwassers dann bis zur Zielposition auf der großen Mittelsandbank kommen.

Für diesen Teil mußten wir doch noch rechnen - und zur vorberechneten Ankunftszeit sollte es für uns gerade so bis auf die kleine Sandnase reichen.

Die letzte Tonne Blauwe Balg liegt in unserem Kielwasser. Wir passierten gerade eben begeistert erst den rot-weiß geringelten Turm bei Hollum, der wunderschön im Licht leuchtet, dann eine Handvoll Seehunde, die sich auf dem sichelförmigen Sand über uns mit Hingabe sonnten. Wir laufen langsamer ...

Leuchttürme & Seehunde.
MALA

Mit Schummeln auf die Sandbank:

Eine deutliche Nickbewegung quittiert, daß unser erster Vorstoß zum Stillstand gekommen ist. So also nicht. Laut unserem Kartenmaterial wäre es hier am tiefsten. Also leicht zurück und ein Stückchen weiter oben zweiter Anlauf. Das gehört auch dazu.

Es gurgelt vernehmlich am Heck, dann kommen wir erneut fest, schieben jetzt aber nicht nach, sondern gehen sofort mit der Maschine achteraus & ein Stück zurück. Zweieinhalb Stunden nach lokalem Hochwasser sind wir. Da wird es jetzt mit jeder Minute schlechter für uns.

Schnell jetzt! Gesche am Bug senkt den Anker bereits auf die Wasserfläche ab. "Schlooooork!" Der Rudergänger heult gequält auf und dreht wie wild am Rad. Eben scheitert unser bereits dritter Anlauf.

Sollte ich mich eventuell doch verschätzt haben?! Selbstzweifel nagen, während der vierte Anlauf beginnt ... dann haben wir das nötige Glück und es wird endlich tiefer. Wir haben wieder mehr als die sprichwörtliche Handbreit Wasser unterm Kiel und laufen erleichtert weiter. Puuuh. MALA schwimmt alleine aufgrund der Steine, die mir vom Herzen poltern gute 5cm auf. Das hilft.

Wir kriechen noch ein Stück weiter, bis das Wasser wie erhofft deutlich an Tiefe gewinnt & wir uns auf unsere mutmaßliche Sandwatt-Sandbank lügen können. Jetzt kommen wir drauf! Wir ankern zügig auf nun 1,2m erreichter Rest-Tiefe, dann geht die Maschine aus & wir sind angekommen. HOCHGESPANNT, was wir nachher wohl unter dem Rumpf vorfinden werden. Und wie wir da wohl liegen.

Später um bereits 4h "nach" sind es immer noch 50cm, die das Wasser rundum steht. Wir staken mit unser eingemessenen "Wattprüfstange" rund um die Reling. Gut liegen tun wir - jetzt muß nur der Rest Wasser noch weg! ;) Unter der riffeligen Oberfläche läßt sich bereits erkennen, daß wir vielleicht eine sensationell gute Stelle erreicht haben könnten.

Sandwatt!!
MALA

Wir haben Sandwatt. Und wie! Vom Feinsten - das spüren wir bereits beim mehrfach harten Aufsetzen und sandigen Kratzen, während des Trockenfallens. Gut merken, so schön wie das hier auch ist: Bei mehr Welle werden wir nicht so weit oben/draußen, mit offener Wellenlaufstrecke zur Nordsee liegen können. Insofern hat das vielleicht (für uns) Seltenheitswert heute. Entsprechend genießen wir es.

Hoch & trocken im Gegenlicht.
MALA

Es ist wirklich sensationelles Sandwatt rundum, daß sich mit nun final ablaufendem Naß weit und breit als welliger Boden um uns erhebt. Die Erleichterung merkt man uns auch an - da darf dann auch der Horizont mal modern-schief sein, das macht man bei Selfies heutzutage so, habe ich mir aus kundigem Munde sagen lassen ;)

Erleichtert - Selfie I.
MALA

Bald schon ist unsere wirklich große Runde auf 'unser' Sandbank beendet. Die Sonne steht noch gut über dem Horizont - und wir bewegen uns langsam wieder zum Boot. Das Wasser beginnt zügig aufzulaufen. Am weitest entfernten Punkt schauen wir nochmal zurück:

Das Wasser kommt zurück.
MALA

Selfie II.
MALA

_______________________


MALA


MALA

Wir eröffnen die Abend-Sundowner-Watt-Bar auf MALA:

MALA

Heute feiern wir mit großer Freude zusammen. Das Watt, MALA - und auch unsere Gemeinsamkeit.

MALA

So geht ein feiner Tag zuende. In der Nacht wird's erneut kratzen und rumpeln, daß es unseren Bord- und Wachhund tatsächlich mal kurz von seiner Decke im Salon reißt - und die Crew aus den Kojen ... danach ist wieder alles friedlich und schön.
_______________________

Mittwoch, 23.08.23


Ein neuer Tag. Unser vorletzter, wie wir annehmen (nicht wissend, daß bald mit höchstbehördlichem Segen noch ein weiterer gratis hinzukommen wird.)

Südwest um 3. Wir werfen den Diesel um 12:15 Uhr an, öffnen nach einer Zeit wieder das Seeventil unseres wassergekühlten Kühlschapps (stolz, es auf dieser Tour, insbesondere beim sandigen Trockenfallen, nicht ein einziges Mal vergessen zu haben) - und laufen los. Das Oosterom Wantij, unterhalb Terschelling passieren wir bereit um 13:25 Uhr und bei einer Wassertiefe von 1,8m. Unsere Landleinen gehen im uns gut bekannten Hafen von Terschelling fest um 16 Uhr.

Terschelling.
MALA

Donnerstag, 24.08.23


Donnerstag. Kurz vor 11, die Tide läuft, wir wollen nach Hause. Es ist nicht weit, bis zu unserem kleinen Werfthafen in Harlingen. Und doch schafft es unsere Waddenzee einmal mehr, uns zu überraschen:

Als wir im Zuge des beginnenden Ablegens so langsam unsere Springs einsammeln, kommt der Hafenmeister angelaufen. Freundlich (wie immer), aber heute irgendwie sehr dienstlich wirkend ;)

Er richtet Grüße aus - von allerlei Behörden und der Küstenwache in diesem Fall - die Hafenmeister sind verbindlich angewiesen, derzeit KEIN Boot aus dem Hafen zu lassen, aufgrund heranrauschender extremer 'Großgewitterlage'. Ernsthaft?

Ernsthaft. Wie lange genau ... das bleibt für den Moment unklar. Aber "Wetter" gibt es tatsächlich, das stimmt. Wie immer halten wir uns an derlei lokaler Hinweise und sind damit bislang stets gut gefahren. Kein Schaden, daß wir im Hafen bleiben (dürfen) - wir machen's gerne.

Wetter
MALA

OK, denn freuen wir uns, daß wir dem übrigens vorherrschenden Dauerregen auf diese Weise entkommen können, verlängern unseren geplanten Urlaub unmittelbar um einen weiteren Tag (denn unser "Tiden-Taxi" gen Festland wird dann in Kürze weg sein), legen kurz um auf die andere Stegseite, wo wir Lee erwarten, wickeln dort unsere Leinen fest an den Steg & legen uns unumwunden wieder hin. Ruhe Teil II. Auch gut.

Freitag, 25.08.23


Terschelling - Harlingen. Im 2. Versuch jetzt.

Um 12 Uhr ist MALA mit der Tide unterwegs, vorher haben wir uns mit einem so richtig schönen Manöver vom Steg gelöst - wir sind eingesegelt! Diesmal nehmen wir wie so oft das Schuitengat und segeln ab 13:20 Uhr schon unter vollem Spi unserem Ziel entgegen.

Wie gut, daß wir gestern gewartet haben. Das Segeln heute ist ein Hochgenuß, ein richtiges Abschiedsgeschenk an uns von diesem Sommertörn. Das wäre gestern bei Gewittern und in strömendem Regen anders gewesen ...

Raumer Wind.
MALA



Die Strecke nach Hause läuft MALA blind und ohne unser Zutun, hier kennt sie sich aus. Und so kommt es, daß wir bereits um 15 Uhr vor der Hafeneinfahrt die Segel bergen, um 16:30 Uhr die große Schleuse (diesmal ganz ohne Wartezeit) passiert haben - und um 17:15 Uhr steht im Logbuch: "Leinen fest in Harlingen". MALA liegt in ihrer Heimat-Box, unsere Freunde erwarten uns zum großen "Hallo" am Round-Table der Werft - und wir sind angekommen, glücklich und zufrieden.

"Been there & lived to tell the tale" - MALAs Ostsee-Besuch 2023 ist beendet, der Kreis ist geschlossen und jeder an Bord happy. Jetzt kümmern wir uns erst einmal um andere Dinge. Das sollte auch dazu führen, daß wir tatsächlich danach in dieser Saison keine einzige Meile mehr segeln konnten.

Wir hoffen, daß es möglichst einmalig bleibt - und freuen uns darauf, unserem tapferen Kutter umfassende weitere Neuerungen angedeihen zu lassen. Neues stehendes Gut in aller Konsequenz, eine zusätzliche AIS-Antenne im Mast - und ein neuer Faltpropeller, das haben wir uns vorgenommen.

Und eine gute, hoffentlich gesunde Zeit zum Start in 2024. Silvester werden wir erstmalig dann nicht auf dem Boot & Wasser verbringen.

_______________________

Etwas augenzwinkernde Statistik noch nachgereicht, gegen das selige Vergessen:
  •  30 Tage Törndauer gesamt
  •  19 besuchte Orte
  •  19 Übernachtungen im Hafen
  •    6 Nächte vor Anker oder/und trockengefallen
  •    4 Nächte durchgesegelt
  •    9 ganze Landtage
  • 748 Seemeilen
  • 101 Motorstunden
  •    8 Schäden (2x Batt., 1x Sensor, 1x Prop, 1x(LED) Stb, 1x Schalter E-Winsch Stb, 1x Holzleiste, 1x Skipper)
  •    0 Verluste
  •    9 Regentage (Schauer untertägig nicht mitgerechnet)
  •    3 Tage mit zu wenig Wind
  •   6 Tage mit zu viel Wind
  •    5 Restaurant-Besuche
  •    4 Fisch/Pølser-Buden-Besuche
  •    1 Café-Besuch (WINDBEUTEL!)
  •    2 Grillabende (viel zu wenig!)
  •   12 Fünf-Minuten Terrinen (Nachtfahrtfutter auf Strecke)
  •    3 Flaschen Baileys (natürlich hautpsächlich für Gäste)
  •    1 Flasche Rum
  •    3 Flaschen Rum aus rein medizinischen Gründen
  •   15 Eier
  •    9 Zitronen (gegen Skorbut)
  •   75 Dosen Bier (nicht weiter aufgeschlüsselt auf die Crew …)
  •    5 Liter Wein (bestimmt nur für andere …)
  • 600 Liter Wasser
  • 160 Liter Diesel
_______________________




In diesem Sinne,


A l l e r b e s t e   G r ü s s e
   -   C r e w  v o n   M A L A   A l h e n a    -

MALA.

MALA.
MALA.

MALA.